Frau hustet bei einer Erkältung

Erkältung – Grippaler Infekt

Krankheitsbilder

Die Erkältung – Wie entsteht sie, wie werde ich sie wieder los und was kann ich dagegen tun, damit sie nicht wieder auftritt.

Wenn wir an eine Erkältung denken, kommen uns direkt die typischen Symptome in den Sinn: Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl. Hier wird oft auch von einem grippalen Infekt gesprochen, obwohl die Erkältung mit einer richtigen Grippe (Influenza) wenig gemein hat. Die Erkältung verläuft meist harmlos und mild, während die Grippe ähnliche Symptome aufweist, die aber deutlich extremer ausgeprägt sind und im Ernstfall bis zum Tod führen kann.

Nach drei bis sieben Tagen sollte eine Erkältung so gut wie überstanden sein, obwohl die Beschwerden bis zu 14 Tagen noch andauern können.

Bis zu vier Erkältungen pro Jahr gelten als normal, bei Kindern erkranken sogar bis zu acht Mal, aber muss das wirklich sein? Kann man etwas für sich und sein Immunsystem tun, damit die Anzahl der Erkrankungen deutlich reduziert werden kann? Na klar, erfahren Sie hier, wie das geht.

Ursachen

Im Regen nass geworden und durchgefroren, die Füße im Winter unterkühlt oder bei offenen Fenster im Zug geschlafen? Diese und viele andere Theorien sind im Umlauf, wie man sich eine Erkältung einfängt. Tatsächlich ist es so, dass eine Unterkühlung des Körpers das Immunsystem zwar schwächt und so eine Erkältung begünstigt, der Auslöser ist sie jedoch nicht.

Dieser ist nämlich eine einfache Infektion mit Adenoviren, Rhinoviren, Parainfluenzaviren oder Coxsackieviren.  Es existieren noch zahlreiche andere, aber dies sind die Hauptübeltäter.

Sie werden entweder durch eine sogenannte Schmierinfektion (Übertragung von Handgriffen, Türklinken, Händeschütteln und vieles mehr) oder eine Tröpfcheninfektion (Niesen oder Husten schleudert Viren in die Luft, die dann eingeatmet werden) übertragen. Hierbei ist die Ansteckungsfähigkeit, Virulenz genannt, sehr hoch und oft reicht schon ein einziger Kontakt mit dem Erreger, um eine Erkältung auszulösen. Es reicht auch, wenn diese nur in die Augen oder Mund kommen und dann durch die Schleimhäute in den Blutkreislauf gelangen.

Ist das Immunsystem nun nicht stark genug, um diesen Eindringling abzuwehren (Wer kennt noch die Serie „Es war einmal… das Leben.“?), vermehren diese sich extrem schnell und führen dann zu den typischen Symptomen.

Hier begünstigen Kälte, Stress, ungesunde Ernährung, zu wenig Schlaf und diverse Krankheiten eine Infektion, weil sie alle das Immunsystem schwächen.

Besondere Vorsicht ist geboten in engen, stickigen und überfüllten Räumen, da hier die Viren eine optimale Umgebung vorfinden, um sie zu verbreiten. Also lieber im Klassenraum oder Wartezimmer das Fenster öffnen, damit frische Luft hereinkommen kann und Menschenmassen so gut es geht meiden.

Eine besonders wichtige Funktion um Ansteckungen zu vermeiden, erfüllt hier ein regelmäßiges Händewaschen nach Kontakt mit Oberflächen, welche potentiell Erreger übertragen könnten.

Symptome

Die Erkältung beginnt oft mit einem leichten Schnupfen, Kratzen und Schmerzen im Hals und einem allgemeinen Unwohlsein. Diese werden im Verlauf stärker, dazu gesellen sich Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und auch leichtes Fieber bis 39°C.

Fieber ist die natürliche Abwehrreaktion des Immunsystems auf die Erregerviren und sollte keinesfalls mit Medikamenten gesenkt werden, solange es die 39,5°C nicht überschreitet. Hier würde nur erreicht werden, dass das Immunsystem nicht voll arbeiten kann und die körpereigene Abwehr so geschwächt wird.

Eine mögliche Komplikation bei einem grippalen Infekt ist eine zusätzliche Infektion mit einem Bakterium, das sich quasi auf die Erkältung „oben drauf“ setzt. Das liegt daran, dass das Immunsystem geschwächt ist und  Bakterien so leichtes Spiel haben, sich einzunisten.

Es kann dann im Verlauf zu einer Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (otitis media), Mandelentzündung (Angina tonsillaris), Rachenentzündung (Pharyngitis), Luftröhren-/Bronchienentzündung (Tracheobronchitis) und Lungenentzündung (Pneumonie) kommen.

Im Falle einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder einer Entzündung der Stimmbänder kann es zu einer kratzig rauen Stimme kommen, in besonders schwerwiegenden Fällen sogar zu einem kurzzeitig kompletten Verlust der Stimme.

Hier sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da einige bakteriellen Infekte im Körper ernste

Schäden verursachen können.

Diagnose

Meist wird die Diagnose durch eine einfache Untersuchung des Patienten gestellt. Es wird eine Inspektion von Hals, Nase und Ohren durchgeführt. Zusätzlich wird die Lunge mit einem Stethoskop abgehört, die Lymphknoten abgetastet und durch Klopfproben am Kopf die Nebenhöhlen auf Schmerzhaftigkeit getestet.

Diese Tests dienen vor allem dazu, eine bakterielle Infektion auszuschließen.

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung, welche vor allem durch starke Schmerzen im Brustkorb und Atemnot gekennzeichnet ist, werden zusätzliche Blutuntersuchungen durchgeführt und die Lunge geröntgt.

Es ist bei starkem Verlauf unbedingt die normale Erkältung von der echte Grippe, also Influenza-A, -B oder -C, und einer Parainfluenza abzugrenzen.

Hierzu gibt die folgende Tabelle Aufschluss. Wenn Sie Symptome einer echten Grippe bei sich bemerken, ist auf jeden Fall der Hausarzt aufzusuchen.

Differenzierung zur echten Grippe (Influenza)

(Quelle: Wikipedia: Erkältung – https://de.wikipedia.org/wiki/Erk%C3%A4ltung#Symptome)

KennzeichenErkältungEchte Grippe (Influenza)
Erkrankungsbeginnlangsame Verschlechterungrasche, abrupte Verschlechterung
Kopfschmerzendumpf bis leichtstark bis bohrend
Schnupfenoft Niesen, laufende bzw. verstopfte Naseteilweise auftretend
Fiebermeist geringoft hoch bis 41°C, dazu Schüttelfrost, Schweißausbrüche,
Bei Infektion mit A/H1N1 (2009) wurde bei mindestens 20 % der Patienten kein Fieber diagnostiziert
Gliederschmerzengeringstarke Gelenk-, Muskelschmerzen
Hustengeringer Hustenreiztrockener Husten, schmerzhaft, meist ohne Schleim
Halsschmerzenoft Halskratzen, Heiserkeitstark, mit Schluckbeschwerden
MüdigkeitAbgeschlagenheitschwer, auch bis drei Wochen danach möglich,
Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Kreislaufbeschwerden
Erkrankungsdauerin der Regel 7 Tagein der Regel 7–14 Tage, anfänglich oft ohne erkennbare Besserung

Therapie

Häufiges Händewaschen und ein Verzicht auf Händeschütteln, meiden von geschlossenen und überfüllten Räumen und öffentlicher Verkehrsmittel in der Erkältungssaison helfen, eine Ansteckung so gut es geht zu vermeiden.

Sollte es Sie dennoch erwischt haben, keine Sorge, eine Erkältung heilt in den meisten Fällen ganz von alleine wieder aus.

Zusätzlich sollten Sie viel trinken, damit der Schleim flüssig gehalten und gut abgehustet werden kann. Außerdem gleicht das den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, Tränen- und Nasenflüssigkeit wieder aus.

Eine Inhalation hilft, die Schleimhäute zu befeuchten, eine Nasenspülung mit einer 0,9% Kochsalzlösung (NaCl) spült Bakterien weg und verhindert, dass diese sich anhaften können..

Daneben existieren eine Menge an Nasensprays, Tabletten, Tees, Nahrungsergänzungsmittel und vieles mehr, welche das Krankheitsgefühl deutlich lindern können. Eine Verkürzung der Krankheitsdauer ist durch die regelmäßige Einnahme von Vitamin C bereits in Studien wissenschaftlich bewiesen worden. (1)

Was allerdings viel wirksamer und sinnvoller ist, ist ein prophylaktischer Aufbau und Stärkung des körpereigenen Immunsystems, damit es erst gar nicht zu einer Erkältung kommen kann.

Hierbei sind in der Naturheilkunde eine Vielzahl wirkungsvoller Therapien bekannt, der ganzheitliche Ansatz ist in diesem Punkt besonders wichtig.

Eine gründliche Untersuchung aller am Immungeschehen beteiligter Organe, der Mikronährstoffspiegel, der Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirn und vieles mehr ist von entscheidender Bedeutung für eine wirkungsvolle Therapie.

So können Erkrankungen verhindert und die Lebensqualität entscheidend verbessert werden.

Prognose

Eine Erkältung heilt grundsätzlich von alleine wieder aus, nach 3-5 Tagen sollten die Symptome nachlassen, nach etwa 7-14 Tagen ist alles überstanden.

Sollten die Symptome allerdings deutlich stärker werden, hohes Fieber dazu kommen oder starke Schmerzen, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch angeraten. Dieser kann besonders im Falle einer Sekundärinfektion durch Bakterien ein Antibiotikum verschreiben.

Fußnote

(1) Harri Hemilä, Elizabeth Chalker: Vitamin C for Preventing and Treating the Common Cold (Review). In: Cochrane Database of Systematic Reviews. 31. Januar 2013, doi:10.1002/14651858.CD000980.pub4