Alopezie beim Mann - Haarausfall

Alopezie – Haarausfall

Krankheitsbilder

Was hilft wirklich, um den Haarausfall zu stoppen?

Entdecken Sie morgens beim Kämmen immer mehr ausgefallene Haare und sind deswegen beunruhigt? Das muss nicht sein, da es ganz natürlich ist, dass uns regelmäßig Haare ausfallen, mal mehr, mal weniger.

Jeden Tag gehen uns bis zu einhundert Haare verloren und es wachsen ebenso viele nach, dies ist ein physiologischer Prozess, da sich unsere Haare, genau wie alle Körperzellen, fortwährend erneuern. Sind es mehr, oder fallen besonders viele an einer Stelle aus, spricht man von Haarausfall, oder auch Alopezie genannt.

Was ist Haarausfall genau?

Zunächst einmal ist Haarausfall ein permanenter Verlust von Kopfhaaren, welche nicht wieder nachwachsen. Dies kann diffus geschehen, also das gesamte Kopfhaar lichtet sich mehr und mehr, als auch stellenweise, wobei lokal begrenzte, kahle Stellen entstehen. Zwischen 70 und 100 Haaren fallen einem Menschen im Schnitt pro Tag aus, werden jedoch genauso wieder durch neue Haare ersetzt. Bei einer Alopezie fehlt dieser regenerative Mechanismus teilweise oder vollständig, ein für die Betroffenen oft langer Leidensweg beginnt.

Der Markt gibt für dieses Problem eine große Fülle an Cremes, Shampoos, Tabletten und diverse andere Mittelchen her, welche meist viel versprechen und wenig halten. So leicht ein Haarausfall nämlich zu diagnostizieren ist durch ein gesundes Paar Augen, so ist seine Ursache doch sehr individuell und nicht einfach zu finden.

Ursachen

  • Erblich bedingter Haarausfall, auch androgenetischer Haarausfall oder Alopecia androgenetica genannt.Hierbei gelten genetische Faktoren als Ursache, der Beginn ist oft durch die  Bildung von Geheimratsecken bei Männern schon im jungen Alter gekennzeichnet. Dieser weitet sich dann im Verlauf des Lebens auf den kompletten vorderen Teil des Kopfes aus, so dass im Alter nur noch ein dünnen Haarkranz am Hinterkopf übrig bleibt.Frauen können ebenso betroffen sein, sie bekommen allerdings meist keine Glatze, sondern das Haar wird im Scheitelbereich immer dünner und lichter. Diese Symptome treten meist erst nach den Wechseljahren (Menopause) auf.

    Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen weisen die Haarfollikel bei einem erbliche bedingten Haarausfall eine Überempfindlichkeit gegen das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) auf, welches zu den Steroidalhormonen gehört.

  • Alopecia areata (auch: Alopecia circumscripta / Pelade / Areata celsis / kreisrunder Haarausfall) sind kreisrunde, etwa münzgroße kahle Stellen, welche am Kopf oder bei Männern auch im Bart entstehen. Betroffen sind meist Kinder oder Jugendliche, im Alter tritt diese Erkrankung eher selten auf. Als Ursachen werden genetische Faktoren oder eine Störung des Immunsystems angenommen, auch Stress und Umweltfaktoren sollen eine wichtige Rolle spielen. Oft sind auch die Fingernägel durch Rillen, Gruben oder Aufrauungen verändert.Wundrosen, Gürtelrosen, Pilzbefall oder diverse andere Hauterkrankungen können ebenfalls zu einem temporären oder permanenten, kreisförmigen Haarverlust führen.
  • Diffuser Haarausfall ist schließlich eine weitere Form, bei der die Haare am gesamten Kopf immer dünner und lichter werden. Diese Form tritt sehr häufig bei Frauen auf und kann eine Vielzahl von verschiedenen Ursachen haben.Es kommen dabei sowohl körperliche Ursachen in Betracht, wie Schildrüsenüber- und -unterfunktionen, Diabetes, Hormonstörungen, Eisenmangel, Infektionen, Hauterkrankungen, Morbus Crohn, Lupus, Pilzerkrankungen und vieles mehr.
  • Auch verschiedene Medikamente und Strahlentherapie können diese Symptome auslösen, ebenso falsche Ernährung und diverse Umweltgifte, Schwermetalle und Pestizide.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die seelische und psychische Ebene des Menschen, da ein Haarausfall meist eine massive Störung des gesamten Organismus bedeutet, wo die Psyche eine sehr entscheidende Rolle spielt. Stress und Unzufriedenheit, Verlustängste und Störungen der Körperwahrnehmung sind nur einige wenige Punkte, die hier zu nennen sind.

Diagnose

Wie bei jeder Diagnoseführung, ist auch bei Haarausfall eine sehr genaue und ausführliche Anamnese wichtig. Hier wird nach Art und Stärke des Haarverlusts gefragt, nach weiteren Krankheiten, Medikamenten, Ernährungsgewohnheiten, Lebensumständen und Familiengeschichte. Des weiteren wird bei Frauen nach Zyklus, Verhütungsmittel, Schwangerschaften und Geburten geschaut, ebenso nach eventuellen eingetretenen Wechseljahren.

Weitere Tests sind hier:

  • Zupftest, hierbei wird durch leichtes Zupfen getestet, ob sich Haare lösen lassen.
  • Blickdiagnose, ob eine Hauterkrankung vorliegt und wie sich der Haarverlust verteilt.
  • Genaue Betrachtung der Haare unter einem Mikroskop, Beurteilung der Struktur, ob Anagen- oder Telogenhaare vorliegen oder ob einzelne Haare abgebrochen sind. Man nennt diese Haarwurzelanalyse auch Trichogramm, die zeigt, in welchem Wachstumsstudium sich die einzelnen Haare befinden und lässt Rückschlüsse auf evtl. vermindertes Nachwachsen zu.
  • Kopfhautbiopsie, eine Gewebeprobe von der Kopfhaut wird entnommen und untersucht.
  • Blutuntersuchung im Labor, hier werden verschiedene Krankheiten ausgeschlossen und Mangelerscheinungen untersucht. Einzelne Parameter sind Blutbild, Blutsenkung, Schilddrüsen- und Nierenfunktionsparameter, Calcium, Zink, Selen und Eisen im Serum, Ferritin, Transaminasen und Immunglobulin E (IgE)-Spiegel. Ebenfalls sehr wichtige Parameter sind die Hormone Testosteron, Estradiol und Progesteron,antinukleäre und Schilddrüsen-Antikörper.

Therapie

Da es eine Vielzahl an verschieden Ursachen für Haarausfall gibt, sind auch die Therapien sehr speziell und müssen für jeden Patienten genau angepasst werden. Desweitern gilt hier, je eher die Therapie beginnen kann, desto größer ist die Chance, den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Sind erst mal die meisten Haarwurzeln zerstört, hilft keine Therapie der Welt mehr weiter.

Mögliche Therapieformen sind:

  • Minoxidil als Lösung zum Auftragen auf die Hauterkrankung. Diese Behandlung ist sehr kosten- und zeitintensiv, außerdem muss sie ein Leben lang beibehalten werden, da die neuen Haare nach Absetzen direkt wieder ausfallen
  • Finasterid, ein Medikament, welches in den Hormonhaushalt eingreift und einige unangenehme Nebenwirkungen wie Libidoverlust mit sich bringt. Außerdem ist es nicht für Frauen zugelassen
  • Cortison als Tabletten oder Injektionen in die Kopfhaut, besonders bei kreisrundem Haarausfall
  • Zinktabletten
  • Absetzen von verursachenden Medikamenten, soweit möglich
  • Schadstoff- und Allergenprophylaxe
  • Einseninfusionen oder Tabletten, hierbei ist vor allem der Grund für einen Eisenmangel genau abzuklären
  • Bei Schilddrüsenerkrankungen ist dieses Problem zu behandeln
  • Eine ausgewogene Ernährung ist extrem wichtig, da ein eventueller Nährstoffmangel extremen Stress für den Körper bedeutet, welcher wiederum zu Haarausfall führen kann. Besonders bei radikalen Diäten ist hier ein besonderes Augenmerk drauf zu richten
  • Naturheilkundliche Therapieformen, welche den Körper sanft entsäuern und entgiften, das Hormonsystem wieder ins Gleichgewicht bringen und Mangelerscheinungen beseitigen
  • Akupunktur
  • Darmsanierungen
  • Stressreduktion
  • Psychotherapie
  • Haartransplantationen

Zu guter Letzt, einige Tipps zu richtiger Haarpflege

Eine gesunde und natürliche Haarpflege ist sehr wichtig, um frühzeitigen Haarausfall vorbeugen zu können.

  • Verwenden Sie nach Möglichkeit so wenig Shampoo wie möglich, grade genug, damit Ihre Haare sauber werden, nicht mehr
  • Benutzen Sie keine herkömmlichen Haarpflegeprodukte mehr, sie enthalten oft eine Fülle von bedenklichen Chemikalien und anderen giftigen Stoffen. Achten sie auf natürliche und organische Inhaltsstoffe, am besten auf Siliziumbasis
  • Haare nur sanft mit dem Handtuch trocknen und lauwarm föhnen, am besten an der Luft trocknen lassen
  • Keine aggressiven Färbe- und Bleichmittel verwenden
  • Vor starker Sonnen- und UV-Strahlung schützen
  • Eine sanfte Naturbürste mit abgerundeten Borsten benutzen